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Echte
Demokratie oder doch nur Scheindemokratie?
Mit
dem Begriff Demokratie" wird schon seit ewigen Zeiten
Schindluder getrieben. Demokratie soll eine Regierungsform
sein, die vom Volke ausgeht. So definieren es wenigstens die
heutigen Lexika und so entspricht es auch dem eigentlichen
Sinn des altgriechischen Wortstamms.
Doch
was hat sich in der Vergangenheit nicht alles als Demokratie
getarnt? Selbst Hitlers Schreckensdiktatur wurde seinerzeit
in deutschen Lexika als Führerdemokratie"
gepriesen. Aber auch andere Diktaturen haben sich schamlos
als Demokratie ausgegeben. Die DDR, die Deutsche
Demokratische Republik, ist nur ein Beispiel von
vielen.
Und
heute? Kann man denn wenigstens die großen westlichen
Industrienationen als Demokratien ansehen? Nein, ich denke
nicht. Was dort unter dem Deckmantel der Demokratie
betrieben wird, erfüllt nur scheinbar die Kriterien
einer echten Demokratie. Tatsächlich aber kann der
einzelne Bürger in diesen Scheindemokratien nichts
Relevantes mitbestimmen.
Demokratie?
Nur das Wahlrecht ist geblieben!
Im
Grunde genommen besteht auch die deutsche Demokratie nur aus
dem Wahlrecht. Es wird dem freien Bürger gerade einmal
erlaubt, sich alle paar Jahre für die eine oder andere
Partei zu entscheiden.
Aber
was ist damit gewonnen? Die Programme der großen
Volksparteien
CDU
und SPD unterscheiden sich in vielen wichtigen Fragen kaum
noch.
Und
überhaupt: Was sagen schon Parteiprogramme aus, die dem
Wähler vor dem Urnengang präsentiert werden? Was
von den Vorhaben wird später auch umgesetzt? Vor der
Wahl kann eine Partei alles versprechen. Wenn es nach der
Wahl dann ganz anders kommt, kann man sich immer noch
trefflich herausreden, weil sich angeblich die
Voraussetzungen verändert haben oder der
Koalitionspartner nicht mitspielte.
Also
nochmals: Das Wahlrecht ist nicht viel wert, weil sich der
Wahlsieger an seine Vorgaben nicht halten muss. Das war
schon bei Hitler so. Vor seiner Wahl spielte er den
großen Friedensapostel und hielt lange Vorträge
über die Wichtigkeit des Friedens. Viele Wähler
haben ihm vertraut und ihm deshalb ihre Stimme gegeben. Sie
wurden getäuscht. Im Nachhinein hieß es gar,
die Deutschen" hätten Hitler
gewählt,
also
tragen sie für den Krieg und den Holocaust auch die
Verantwortung.
Demokratie
= Abstimmung über Wahlprogramme?
Aber
selbst, wenn die heutigen Politiker und Parteien alle
redlich wären und nur das versprechen würden, was
sie auch halten könnten, würde das wenig bringen.
Denn wie soll der Normalbürger die Programme der
einzelnen Parteien gegeneinander abwägen? Er kann kaum
beurteilen, ob das eine oder
andere
Bildungssystem
im
Endeffekt erfolgreicher ist, ob dieses oder jenes
Steuermodell sich letztlich vorteilhafter auswirkt.
Aber
der überforderte Wähler darf ja überhaupt
nicht über einzelne Politikfelder abstimmen, ihm wird
zugemutet, über die Gesamtheit der komplexen
Parteiprogramme und die Kompetenz der Kandidaten zu
entscheiden. Ein schier unmögliches
Unterfangen!
Das
Wahlrecht ist insofern nur eine Farce, eine unterhaltsame
Schauveranstaltung. Deshalb sind auch nachträgliche
Schuldzuweisungen wie etwa ihr habt sie doch
gewählt, jetzt müsst ihr das auch ausbaden" oder
jedes Volk hat die Regierung, die es verdient" infam
und ungehörig.
Das Wahlrecht kann nur als Grundvoraussetzung für eine
Demokratie verstanden werden, als einen ersten
Schritt.
Demokratie:
Wenn der Volkswille nicht mehr zählt...
Wie
unbedeutend das Wahlrecht in unserer Demokratie ist, erkennt
man an den schicksalhaften Weichenstellungen, die vorbei am
Volkswillen getroffen wurden. 80 % der Deutschen waren
eindeutig gegen die Abschaffung der DM und gegen die
Einführung der europäischen Einheitswährung,
also
gegen
den Euro.
Des ungeachtet haben die Volksvertreter fast einhellig
anders entschieden.
Der
Brockhaus definiert Demokratie dahingehend, dass dort allein
der Volkswille zum Tragen kommt. Demnach hat unsere
Regierungsform absolut nichts mehr mit einer Demokratie
gemein. In unserer hochheiligen Demokratie ist es sogar
verpönt, über die negativen Folgen des Euro frei
zu diskutieren. Wehe dem der es wagt, die
Massenarbeitslosigkeit mit dem Euro in Verbindung zu
bringen.
Die
große deutsche Mehrheit war ebenfalls gegen die
schrankenlose EU, gegen die
EU-Osterweiterung.
Aber spielte das eine Rolle, sind die Bedenken der
dummen
grauen Masse"
wichtig in einer Demokratie?
Wenn
die Bevölkerung zu einem Thema eine andere Meinung hat,
dann heißt das noch lange nicht, dass man diese
Meinung achten muss. Nein, viele Politiker sehen in der
abweichenden Meinung der Bevölkerung nur den Auftrag zu
einer
Umerziehungsmaßnahme.
Aufklärung
nennen sie das dann. Der Steuerzahler darf selbst noch
für seine geistige Umerziehung aufkommen, indem er die
teuren Anzeigenkampagnen (die gleichzeitig auch noch die
Verlage gütlich stimmen) finanzieren darf. So manche
Plebiszite im EU-Ausland sind nur durch solch penetrante
Aufklärungsarbeit" im Sinne der Regierung
durchgeboxt worden.
Deshalb halte ich bundesweite Volksabstimmungen zwar
für begrüßenswert, man sollte sich aber
nicht einbilden, damit bereits den Weg zu einer echten
Demokratie geebnet zu haben.
Kann
es denn überhaupt eine echte Demokratie geben?
Aber
ja doch, es kann! Die Umsetzung wäre denkbar einfach.
Es müssten lediglich die Abstimmungen in den
Parlamenten geheim stattfinden. Das wäre schon
alles. Gäbe es geheime Abstimmungen, wäre die
Machtbasis des Parteiapparates gebrochen.
Dann
könnten die Parteispitzen nicht mehr Marschrichtungen
im Vorfeld diktieren und starrköpfige
Koalitionsvereinbarungen könnten auch nicht mehr die
Politik drangsalieren.
Erst dann wären alle Abgeordneten
tatsächlich frei und nur ihrem Gewissen verpflichtet,
wie es das Grundgesetz vorsieht. Erst dann könnte man
von einer parlamentarischen Demokratie sprechen. Erst dann
wäre das Abgeordnetenhaus, der Bundestag, ein
Spiegelbild der öffentlichen Meinung.
Hätte
es geheime Abstimmungen bereits vor 20 Jahren gegeben, dann
gäbe es vermutlich den absurden Euro und die EU in
ihrer jetzigen Form nicht, und auch
die
Globalisierung
könnte
keine neoliberale Abwärtsspirale erzwingen, es
gäbe keine Massenarbeitslosigkeit und keine sinkenden
Reallöhne.
Sie
meinen, das sind alles kühne Worte, die sich kaum
belegen lassen? O nein, so ist es nicht! Auch in unserer
modernen Zeit gelten immer noch die Gesetze der Logik, die
sich auch mit intensivster Propaganda nicht einfach
aushebeln lassen.
Ich habe versucht, den Beweis für meine Behauptungen in
meinen Büchern anzutreten. Die große Mehrheit
meiner Leser attestiert mir, dass mir dies auch trefflich
gelungen ist. In den Internetforen wird über meine
Thesen häufig diskutiert, die meisten Leser sind von
meinen Büchern hellauf begeistert. Aber natürlich
gibt es auch Leser, die meine Worte gar nicht gerne
hören und die Bücher am liebsten verbrennen
möchten.
Flensburg,
den 10. März 2005, Manfred Julius
Müller
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Manfred
Julius Müller
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seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und
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Themen. Er entwickelte neue Wirtschaftstheorien, die
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